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Blutspende
Schnelleinsatzgruppe (SEG) bezeichnet in Deutschland eine Gruppe von Einsatzkräften, die so ausgebildet und ausgerüstet ist, dass sie bei einem GroÃschadensfall oder auÃergewöhnlichen Ereignissen Verletzte, Erkrankte und andere Betroffene versorgen kann.
Abgrenzung
In Ãsterreich ist der Begriff synonym zu den Emergency Response Units des Roten Kreuzes im Sinne einer schnellen Auslandshilfe zu verstehen.
Beim Technischem Hilfswerk ist der Begriff mancherorts für die Vorauseinheiten eines
Technischen Zuges gebräuchlich (THW-
Die Abkürzung âSEGâ steht vereinzelt nicht für Schnelleinsatzgruppe, sondern für Sondereinsatzgruppe oder Spezialeinsatzgruppe, auch bei nichtpolizeilichen Hilfsorganisationen.
Aufgaben einer SEG
Allgemein unterstützt und ergänzt eine Schnelleinsatzgruppe bei gröÃeren Schadensereignissen den für den einzelnen Notfall vorgehaltenen Rettungsdienst durch die Bereitstellung von Material, Rettungsmitteln und ehrenamtlichem Personal mit entsprechender Ausbildung.
An der Einsatzstelle kann ggf. notwendige Infrastruktur geschaffen und betrieben
werden, wie Beleuchtung, Stromversorgung, mobile Unterbringung (u. a. Sanitätszelte).
Dazu kommt Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Kommunikation (Funk-
Unterscheidung
Es gibt verschiedene Arten von Schnelleinsatzgruppen. Diese können zwischen den einzelnen Bundesländern, Gebietskörperschaften und Organisationen oder den lokalen Notwendigkeiten und Möglichkeiten variieren. Sie werden typischerweise nach ihren Aufgabenbereichen unterschieden, wobei Mischformen möglich sind.
Behandlung von Patienten
Hier steht die Behandlung von Patienten im Vordergrund, weniger der Transport. Eine
solche SEG ist in der Lage, eine Patientenablage einzurichten, eine Unfallhilfsstelle
oder einen Behandlungsplatz bzw. einen Teil davon aufzubauen und zu betreiben. Typische
Bezeichnung hierfür ist Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst (SEG-
Transport von Patienten
Diese Schnelleinsatzgruppen dienen primär der Verstärkung des Rettungsdienstes mit
qualifiziertem Personal und/oder mit einer Vielzahl von Krankenkraftwagen für den
Patiententransport. Als Benennung kommt häufig Schnelleinsatzgruppe Rettung und Transport
(SEG-
Betreuung u.Verpflegung
von Unverletzten
Schnelleinsatzgruppen, die für die Betreuung von unverletzten Personen vorgesehen
sind, sorgen für die Sammlung, Unterkunft und soziale Betreuung (z.B. in einer Betreuungsstelle)
und/oder für die Verpflegung mit Essen und Getränken. Solche Einheiten heiÃen üblicherweise
Schnelleinsatzgruppe Betreuung (SEG-
Unterstützung anderer Einheiten
Bei gröÃeren Einsätzen hat die Einsatzleitung erhöhten Bedarf an Hilfskräften für
die allgemeine Unterstützung bei der Führung und insbesondere der Kommunikation innerhalb
des Einsatzes bzw. mit übergeordneten Führungsebenen. Hierzu gibt es ebenfalls entsprechende
Einsatzgruppen, üblicherweise als Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung (Abkürzung:
SEG-
Die Schnelleinsatzgruppe Technik und Sicherheit (SEG-
Spezialfälle
Für den Einsatz am oder auf dem Wasser sowie in gebirgigem Gelände bzw. mit der Notwendigkeit
von speziellen Techniken und Ausrüstung (z.B. zur Höhlenrettung) existieren eigene
Schnelleinsatzgruppen, z.B. in Form einer Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung (SEG-
Wenn es notwendig wird, Patienten unter besonderem Eigenschutz zu versorgen und zu
transportieren, dann gibt es auch hierfür entsprechend ausgestattete Einheiten. Typischerweise
sind das die Schnelleinsatzgruppe Gefährliche Stoffe und Güter (SEG-
Für die Suche von vermissten oder verschütteten Personen halten die Hilfsorganisationen
auch Rettungshundeteams vor, die in einer Schnelleinsatzgruppe Rettungshunde [(SEG-
Diese speziellen Gruppen sind oft schon bei Einsätzen zur Individualversorgung von einzelnen Patienten notwendig, da sie im Gegensatz zum regulären Rettungsdienst entsprechend für diese speziellen Gelegenheiten ausgebildet und ausgestattet sind.
Ausrüstung
Die Ausstattung richtet sich nach der Aufgabenstellung und örtlichen bzw. organisationsinternen
Richtlinien. Die Finanzierung des Materials und der Bekleidung wird über Sach-
Wichtigste Ausstattungsmerkmale einer SEG sind, unabhängig von ihrer Verwendung:
Funkmeldeempfänger oder vergleichbare Systeme (z.B. SMS-
Fahrzeuge, die für den Einsatzfall bereit stehen (inkl. verlastetem Material)
Funkgeräte zur Anbindung an die zuständige Leitstelle und für die Kommunikation am Einsatzort
Damit unterscheidet sich eine SEG von Katastrophenschutzeinheiten alter Prägung, die zum Teil erst im Alarmfall die Fahrzeuge beordern und mit Material beladen konnten.
Personal
Die Personalstärke einer SEG beträgt typischerweise zwischen 8 und 16 Helfer (Gruppenstärke).
Die Helfer sind in der Regel ehrenamtlich tätig und gehören einer Hilfsorganisation an. Mancherorts wird eine SEG von verschiedenen Hilfsorganisationen in Kooperation gebildet.
Die Ausbildung entspricht der jeweiligen Aufgabe, dazu gehören Kenntnisse im medizinischen
Bereich (Sanitäter, Helfer mit weitergehender rettungsdienstlicher Ausbildung, Ãrzte),
Einsatztaktik, Material-
Alarmierung
Das Personal ist in der Regel mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet und wird nach Bedarf
von der Leitstelle alarmiert. Zusätzlich sind auch noch Telefonketten oder automatische
SMS-
Weitere Verwendung
Mancherorts wird das Personal einer SEG auch als Helfer vor Ort eingesetzt, um die Erstversorgung von Notfallpatienten zu übernehmen und um so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Notfallort (das sogenannte âtherapiefreie Intervallâ) zu überbrücken. Hier wird die schnelle Alarmierbarkeit von ausgebildetem Personal und die Ausstattung mit Fahrzeugen genutzt.
Bei geplanten Sanitätswachdiensten anlässlich von GroÃveranstaltungen sind eingespielte
SEGen ebenfalls eine wichtige Hilfe, da sie auf die Versorgung einer gröÃeren Anzahl
Betroffener vorbereitet sind (Beispiele: Weltjugendtag 2005 in Köln, FuÃball-
Geschichte
Ende der 1970er-
Dabei gab es bereits seit Jahrzehnten örtliche Strukturen, die mit den heutigen Schnelleinsatzgruppen vergleichbar sind. Schon der seit 1933 beim Deutschen Roten Kreuz gebräuchliche Begriff âBereitschaftâ für eine örtliche Einheit impliziert den Anspruch zur vorbereiteten Hilfeleistung bei einer Schadenslage, ganz im Sinne des Selbstverständnisses dieser Hilfsorganisation. In der früheren deutschen Geschichte war bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert die Bildung von örtlichen Samaritervereinen nicht unüblich, da es auÃerhalb von GroÃstädten keine geregelte Notfallversorgung gab. Diese leisteten dann auch in GroÃschadensfällen Hilfe.
Beim Chemiewerk BASF in Ludwigshafen wurde unter anderem nach den Erfahrungen aus zwei gröÃeren Unglücken 1921 und 1948 der werksärztliche Dienst so strukturiert, dass der betriebsinterne Sanitätsdienst sehr schnell Katastrophenhilfe leisten konnte und zentral von einer Einsatzleitung geführt wurde.
Einige gröÃere Schadensereignisse in den 1970er-
Die ersten Schnelleinsatzgruppen heutiger Prägung (mit vergleichbarer Fahrzeug-
Spätestens mit dem Wegfall der erweiterten Katastrophenschutzeinheiten des Bundes
Ende der 1980er-
Der Vorteil der SEGn wurde vor allem dahingehend gesehen, dass diese örtlich verteilt aufstellbar waren und somit flächendeckend relativ schnell zum Einsatz kommen konnten, vergleichbar einer Freiwillige Feuerwehr.
Die Einsatzwahrscheinlichkeit stieg im Vergleich zu den alten Katastrophenschutzzügen, damit konnte man auch die Helfer wieder motivieren, sich zu engagieren.
Hier entstanden bereits auch Sonderfälle, wie zum Beispiel relativ groÃe Einheiten in Zugstärke mit schnellen Ausrückzeiten (Schnelleinsatzzug, z. B. Rettungszug SEG Kassel) oder fachdienstübergreifende Einheiten (Einsatzeinheit des DRK).
Die Schnelleinsatzgruppen hatten zunächst eine relativ schlechte Akzeptanz bei Mitarbeitern
des Rettungsdienstes, da man sich keines echten Bedarfs bewusst war und das Engagement
oft als âHobbyâ abtat. In diese Zeit fielen dann jedoch einige für den Katastrophenschutz
in Deutschland prägenden Ereignisse (z. B. Flugtagunglück von Ramstein 1988, ICE-
Seit den groÃen Schadensereignissen nach der Jahrtausendwende (Terroranschläge am
11. September 2001 in den USA, Elbehochwasser 2002, Madrider Zuganschläge 2004, Terroranschläge
am 7. Juli 2005 in London, Münsterländer Schneechaos 2005) und im Zuge der Planungen
zur FuÃball-
Quelle: wikipedia